Podcasting

Grundlegendes

“Radioproduktion“ für jedermann.
Zum Nulltarif.
Mit internationaler Reichweite.

Die abonnierbaren Mediendatein sind in aller Munde, pardon… Ohren. Privatleute wie auch große Medienunternehmen produzieren und veröffentlichen sie kostenlos im Netz.

Sie sind nicht zuletzt deshalb so populär, weil sie unkompliziert, schnell und direkt Informationen und Wissen vermitteln, sondern weil diese Eigenschaften auch bei der Erstellung gelten.

In der Bildungsarbeit lässt sich die Produktion von Podcasts überall da einsetzen, wo wir uns sonst vielleicht für einen Bericht, eine Wandzeitung, einen Beitrag auf einer Website, eine Diskussionsrunde oder auch jegliche andere Art von Kommunikation, Präsentation und Fixierung eines Themas entscheiden würden.
Durch die relativ geringe Einstiegshürde und die Tatsache, dass bereits ohne finanzielle Kosten sehr anhörbare Ergebnisse erzielt werden können, sollte man es einfach ausprobieren und dann für sich entscheiden, ob diese Art von Medienarbeit nicht häufiger angewendet werden sollte. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Jugendlichen einen enormen Spaß daran haben und hier mit allen Sinnen – nicht nur mit dem Hören – gefordert sind.

Vorrangig habe ich mit Schülern im Alter von 14-16 Jahren gearbeitet. Doch warum sollte man Podcasting nicht auch schon in der Grundschule ausprobieren, wo die Kinder so viel zu erzählen haben? Es liegt an uns Erwachsenen, wie viel wir uns zutrauen von den technischen Details in Kinderhände zu geben. Es ist sicher nicht sinnvoll, kleine Kinder an die Aufnahme, den Schnitt, die Klangoptimierung, die Veröffentlichung und weitere Einzelheiten heranzuführen – bei Jugendlichen ist dies aber sicher sinnvoll und führt zu einer sehr breit angelegten Förderung der Medienkompetenz.

Im Folgenden möchte ich beschreiben, worum es bei Podcasts überhaupt geht und mit welcher Ausstattung diese bereits realisierbar sind.

Was ist ein Podcast?

Podcasts sind in aller Munde – und doch habe ich die Erfahrung gemacht, dass häufig nicht genau beschrieben werden kann, was man darunter versteht. Vielfach bekommt man zu hören, dass Podcasts etwas zum Anhören sind – und es wird dabei vergessen, dass es auch Videopodcasts gibt, wenngleich diese vielleicht nicht den gleichen Stellenwert wie die Audiopodcasts haben. Zudem wird häufig außer Acht gelassen, dass Podcasts – als Unterscheidungsmerkmal zu einer reinen Audiodatei – abonniert werden können. Somit wird gewährleistet, dass neue Folgen, die publiziert werden, automatisch auf den Computer, das Smartphone oder Tablet geladen werden.1
Das Abonnement dieser Podcasts funktioniert über Apples iTunes (für Windows und Mac kostenlos erhältlich2) oder über verschiedenste Apps auf dem Smartphone/Tablet.

Was wird benötigt?

Selbstverständlich kann man beim Podcasting ganz groß einsteigen und mit Mischpulten, teuren Mikrofonen und Kopfhörern an den Start gehen und dabei Unsummen ausgeben.
Der Reiz des Podcastings liegt meiner Ansicht aber darin, dass hier ohne Investition bereits gestartet werden kann.
Ein Smartphone zur Aufnahme reicht vollkommen aus, um mal eben schnell ein Interview oder eine kurze Geschichte aufzunehmen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass man wenig Störgeräusche im Hintergrund hat und der Abstand des verbauten Mikrofones zu den einzelnen Sprechern möglichst immer den gleichen Abstand hat.3

Gerade bei etwas längeren Aufnahmen müssen evtl. Bereiche geschnitten oder kleine Effekt wie Fade-In und Fade-Out hinzugefügt werden. An dieser Stelle sei nur auf Audacity als kostenloses Schneidewerkzeug, das es für viele Plattformen gibt, verwiesen.

Nicht nur bei Aufnahmen mit dem Smartphone bietet sich der Dienst Auphonic an, der dafür sorgt, dass automatisch Störgeräusche entfernt und Lautstärken unterschiedlicher Sprecher auf ein einheitliches Niveau angepasst werden.

Ist die Aufnahme erst einmal im Kasten kann im Prinzip auch schon veröffentlicht werden – was für viele Erstpodcaster immer eine Hürde darstellte: Podcasts benötigen einen Server, auf dem die einzelnen Folgen nicht nur hinterlegt werden, sondern es muss auch dafür Sorge getragen werden, dass dieser Dienst die automatische Auslieferung an die einzelnen Hörer übernimmt. Alles Anforderungen, die nicht unbedingt einfach zu konfigurieren sind.
Dienste wie PodHost nehmen einem diesen technischen und administrativen Aufwand jedoch ab und erlauben ein unkompliziertes Hochladen der fertigen Folge. Um alles Weitere braucht man sich nicht mehr zu kümmern.4

Fazit

Die Produktion von Podcasts bietet Kindern und Jugendlichen aus Medienkompetenzsicht eine ganzheitliche Möglichkeit, Themen einem breiten Publikum zu präsentieren.
Übergibt man viele, vielleicht sogar alle Aufgaben des Podcastings an die Schüler, so lassen sich hiermit neben den technischen Aspekten auch Themen wie Urheberrecht, Onlinepräsentation und Vermarktung implizit schulen.

Durch die Abonnementfunktion lässt sich nebenbei eine langfristige Bindung zum „Publikum“ aufbauen, sofern interessante und vielseitige Beiträge produziert und veröffentlicht werden. Kinder und Jugendliche können hiermit zu Produzenten mit einer eigenen Fangemeinde werden.
Möglicherweise muss hierzu der erste Schritt nur von uns Pädagogen gesetzt werden…


  1. Wer also nur mal kurz eine Aufnahme ins Netz stellen möchte und sowieso schon weiß, dass es bei dieser einen Veröffentlichung bleibt, für den ist ein Podcast sicherlich nicht sinnvoll. 
  2. Alternative Kataloge finden sich im Netz, jedoch beherrscht iTunes als Platzhirsch quasi den Markt. 
  3. Wer hier mehr Kontrolle möchte kann zu dedizierten Aufnahmegeräten greifen, welche die Möglichkeit bieten, sowohl ein Mikrofon als auch einen Kopfhörer anzuschließen. So kann beim Aufnehmen bereits kontrolliert werden, ob die Lautstärke der einzelnen Stimmen passt. 
  4. PodHost bietet seinen Basisdienst mit aktuell 30 MB Speicher pro Monat kostenlos an. Je nach Bedarf gibt es kostenpflichtige Erweiterungen.