Don’t Multitask!

Mein Schulleiter erzählte mir von einem wichtigen Spruch, den sein Vater ihm auf den Weg gab:

Junge, mach’ eins nach dem anderen — wie beim Knödel essen!

Recht hat er!

Ausschlaggebend für eine Diskussion mit ihm über die Schädlichkeit von Multitasking war dieser Artikel, den ich gelesen hatte.

Die Kernpunkte sind die folgenden:

  • Genug Schlaf ist wichtig (7-8 Stunden täglich)
  • Deep Work (die Schul-/Firmenkultur sollte eine „ASAP“-Kultur vermeiden und eine Arbeit unter Vermeidung von häufigen Störungen ermöglichen)
  • Kein Multitasking

Es gibt Tage, an denen ich zu wenig Schlaf finde. Meist liegt es daran, dass am Ende des Tages, nachdem man wertvolle Zeit für die Familie gefunden hat, wenig für noch vermeintlich wichtige Dinge übrig bleibt. Man setzt sich selbst unter Druck und möchte vor dem Schlafengehen noch die Nachrichten sehen, wichtige Websites lesen, die Twitter-Timeline durchscrollen (bloß nichts verpassen!), ein Buch lesen, und, und, und… Ehe man es sich versieht ist es schon wieder Mitternacht, und der Wecker klingelt bereits um 6 Uhr morgens.

Betrachte ich meine Arbeit, dann muss ich feststellen, dass es meist unmöglich ist, mich über einen längeren Zeitraum ungestört auf eine Sache einzulassen oder an einer Idee zu arbeiten. Entweder lenken mich Mails, Telefonate oder auch Schüler/Kollegen ab, die an meiner Türe klopfen und etwas von mir benötigen. Diese „Zeitkiller“, und mögen sie noch so kurz sein, zerreißen mir die Konzentration, erhöhen den Stresslevel und sorgen dafür, dass die Qualität der Arbeit (so empfinde ich es) leidet.

Die beiden oben genannten Artikel haben mich außerdem erst dafür sensibilisiert, was für ein schlimmer Multitasker ich bin: iPhone, Mac und Apple Watch lenken mich ständig mit Notifications ab. Es gibt auch Momente, da habe ich meine Konzentration im Griff — andererseits stelle ich aber auch fest, dass ich an völlig andere Dinge denke, obwohl mein Fokus auf einer fixen Sache liegen sollte und ich dann auch selbst meine bisherige Tätigkeit unterbreche.

Das alles ist nicht gut. Bisher habe ich es gar nicht so recht bemerkt — es gibt bestimmte Artikel, die einem aber die Augen öffnen.

Und Multitasking ist wirklich schädlich. Hier ein paar Gedanken:

  • Verringerung der kognitiven Ressourcen
  • Erhöhter Glukose-Verbrauch (schnellere Ermüdung)
  • Höhere Fehleranfälligkeit
  • Langfristige Beeinflussung des Blutdrucks, der Herzfrequenz, Beeinträchtigung kognitiver Funktionen wie z.B. die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, sinkende Empathiefähigkeit, verminderte Impulskontrolle und Beeinflussung der emotionalen Regulation.
  • Zunahme der Stresshormone Cortisol und Adrenalin, Arterienverengung, erhöhter Blutzuckerspiegel, Beeinträchtigung des Immunsystems
  • Speicherung von Informationen in falschen Gehirnarealen (somit Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses)

Puh, das will man wirklich nicht haben.

Also, erst mal die allermeisten Notifications abschalten. Nichts ist so wichtig, als dass es eine Nachrichten-Dauerbefeuerung rechtfertigt. Auf dem iPhone und der Apple Watch schalte ich in der Arbeit nun auf den „Do not disturb“-Modus um. Meine Frau kann mich trotzdem noch erreichen, da sie sich in meiner Favoriten-Liste befindet. Auf dem Mac habe ich mir Quitter von Marco Arment  heruntergeladen. Nach 10 Minuten beendet dieses kleine Tool automatisch Mail, Messages und Slack, sodass ich meine Ruhe habe. Ich erziehe mich gerade dazu, dass ich meine Mails zwar mehrmals am Tag abrufe, jedoch zu Zeiten, die ich wähle und die mir die volle Konzentration erlauben. Keine Mail der Welt kann so wichtig sein, dass sie nicht warten kann — und wenn’s mal richtig brennt: es gibt auch ein Telefon.

Persönlich erwarte ich mir für die nächsten Wochen eine deutlich fokussiertere Arbeitsweise (für manche Schüler und Kollegen habe ich auch ein rotes „Bitte nicht stören!“-Schild in der Schublade!) 🙂

In diesem Sinne:

Junge, mach’ eins nach dem anderen — wie beim Knödel essen!

Sicherheitslücken in Lenovos LSC

Die negativen Schlagzeilen scheinen bei Lenovo nicht abzureißen: Superfish-Adware auf den Computern, Crapware in der Lenovo Service Engine (LSE), und jetzt auch noch Sicherheitslücken im hauseigenen Lenovo Solution Center (LSC).

Das Systempflege-Tool, dessen Sinn sich mir leider noch nicht erschlossen hat, macht wiederholt von sich reden — leider negativ: Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wurden in der Software Sicherheitslücken entdeckt, die von Online-Gaunern ausgenutzt werden können, um ungehindert Schadsoftware auf dem Rechner zu installieren.

Lenovo empfiehlt, die Software auf die aktuelle Version zu aktualisieren. Warum dies nur manuell, nicht aber automatisch funktioniert, entzieht sich meiner Kenntnis.

In den „heise online“-Kommentaren weist ein Leser auf das Tool PC Decrapifier hin, welches Crapware wie LSC rückstandslos vom Computer entfernt.

Mein Vorschlag an dieser Stelle ist noch radikaler: Computer von Lenovo kaufen und Windows frisch installieren! Es ist immer wieder ein Unding, mit welcher Bloatware PCs ausgeliefert werden…

Computer Science Unplugged

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Bei der Materialsuche für meine AG Informatik bin ich auf ein Buch gestoßen, das mich wirklich von den Socken haut.

CS Unplugged ist ein Arbeitsbuch mit Materialen für Lehrer und Schüler, um die Grundzüge der Informatik zu vermitteln. Dabei wird – wie der Titel bereits vermuten lässt – komplett auf Computer verzichtet.

Die Idee ist einfach wie genial.
Unter den Themen gibt es beispielsweise:

  • Binary Number
  • Text Compression
  • Error Detection
  • The Turing Test

Das Buch ist frei verfügbar unter der CC BY-NC-SA Lizenz, kann online gelesen oder auch als PDF bzw. DOCX heruntergeladen werden. Wer das Buch gedruckt kauft, zahlt eine kleine Summe und unterstützt das Projekt damit.

Auf der Website gibt es zusätzlich noch Videos, die das Arbeiten mit den Schülern veranschaulichen.

Ganz große Klasse!

Kahoot!

Von Kahoot! haben wohl die Meisten schon etwas gehört und doch möchte ich diesen kurzen Post zum Anlass nehmen, um dieses Tool vorzustellen.

Bei Kahoot! handelt es sich um eine Website zum Erstellen und Spielen von Quizzen. Dabei ist das System betriebssystem-agnostisch — zum Erstellen und Spielen benötigt man nur einen Webbrowser (Egal ob auf einem Computer, Smartphone oder Tablet. Die Seite ist auch responsiv gestaltet, sodass sich das Layout an den Gerätetyp anpasst).

Wer steckt dahinter:

The Kahoot! platform and brand is developed by the founding team lead by Johan Brand, Jamie Brooker and Morten Versvik. The quiz is based on research carried out by Professor Alf Inge Wang and his colleagues at the Norwegian University of Science and Technology (NTNU). The technology platform itself is based on the research conducted by Morten Versvik for his Master’s degree at NTNU. The Pedagogy and User Experience is based on work by Jamie Brooker and Johan Brand developed while working at their behaviour design company We Are Human in London.

Kahoot! is owned and funded by the team in addition to grants from the Norwegian Research Council. The current service will stay free, however Kahoot! will offer added value services in the future.

Bleibt also abzuwarten, ob der Dienst in naher Zukunft etwas kosten wird. Es wäre wünschenswert, wenn die Macher auch einen Weg zur Monetarisierung finden, um das Produk weiter am Laufen halten zu können. Vielleicht Premium-Features nur gegen Bares und das Kern-System bleibt kostenlos?

Aufbau

Mir gefällt das Konzept der Trennung der Ansicht zwischen “Erstellen” und “Spielen” bei Kahoot! recht gut.

Erstellen

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Um ein Quiz zu erstellen, ist eine Anmeldung auf Kahoot notwendig. Die Quizze mit den einzelnen Fragen können hier gestaltet werden. Neben dem Einfügen von Fragen und Antworten ist es auch möglich, ein Quiz durch Bilder oder sogar Videos schöner zu gestalten. Richtige Antworten (dies können auch mehrere sein) werden durch anklicken markiert.

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Von dieser Ansicht aus wird ein Quiz auch über den “Play”-Button gestartet. Neben weiteren Einstellungsmöglichkeiten wird auch eine zufällige PIN generiert. Diese ist den Spielern mitzuteilen, damit sie sich mit dem richtigen Quiz verbinden können.

Spielen

Eine Anmeldung auf Kahoot! ist für Spieler nicht notwendig. Begibt man sich auf kahoot.it, so muss lediglich die PIN zum Quiz eingegeben werden. Ein Nickname sorgt für die Identifizierbarkeit im Spiel (Spieler mit “naughty names” können vom Lehrer per Klick aus dem Quiz geworfen werden). Sind alle Teilnehmer im Spiel, startet der Spielleiter.

Spielablauf

Eigentlich selbstverständlich, aber vielleicht sollte es man hier dennoch betonen: Um eine ständige Rückmeldung zu geben, muss natürlich der Computer des Spielleiters an einem Beamer angeschlossen sein.

Eine Frage wird angezeigt, die vier möglichen Antworten erscheinen im unteren Bereich. Die zu den Fragen passenden Antworten sind durch vier verschiedene Symbole repräsentiert, um auf der Anzeige der Endgeräte Platz zu sparen.

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Die Teilnehmer buchen nun ihre Antwort ein. Nach jeder Frage erscheint eine kurze Statistik zu den richtigen und falschen Antworten. Ebenso wird eine Highscore-Liste angezeigt, um sich mit den anderen Spielern instantan messen zu können (neben einer richtigen Antwort fließt auch die Schnelligkeit in die Bepunktung mit ein).

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Der Spielleiter klickt dann mit “Next” durch die weiteren Fragen bis am Schluss der Gewinner feststeht.

Fazit

Ich nutze Kahoot sehr gerne und zwar sowohl im Unterricht mit Schülern als auch in meinen Fortbildungen.

Mal verwende ich es, um am Ende zu überprüfen, ob alles verstanden wurde – mal setze ich es gezielt am Anfang ein, um das Vorwissen abzuprüfen und neugierig zu machen.

Das Erstellen von Kahoots kann (und sollte meiner Meinung nach auch) in Schülerhand gegeben werden.

WhatsApp mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Benutzer des Volks-Messengers WhatsApp dürfen sich nun freuen: seit einigen Tagen bietet der Dienst eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an.

Damit werden Inhalt einer Nachricht auf den an der Kommunikation beteiligten Geräten ver- und entschlüsselt. Und zwar ohne Ausnahme (vorher war dies nur Android-Geräten vorbehalten).

Obwohl es zu begrüßen ist, dass der größte Messaging-Dienst (aktuell ca. 1 Milliarde Nutzer) diese Art der Verschlüsselung nun standardmäßig anbietet, bleiben für mich einige negative Punkte, aufgrund derer ich diesen Dienst keinesfalls benutzen werde:

  • WhatsApp gehört zu Facebook. Dieser Dienst wurde im Jahr 2014 für 19 Mrd. US-Dollar (!!) erworben. Obwohl WhatsApp keinerlei Kosten für die Nutzer verursacht, muss die Firma Facebook irgendeinen Business Plan haben. Hier wird also m.E. wieder mit Nutzerdaten “bezahlt”.
  • WhatsApp verschlüsselt nur die Inhalte, die Metadaten werden weiterhin unverschlüsselt auf den WhatsApp-Servern gespeichert.
  • Es wird weiterhin stark auf Kontakte, Standorte, SMS und dergleichen mehr zugegriffen. Telefonbücher werden nichtsdestotrotz hochgeladen (sofern man dies nicht abwählt).

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  • Wird statt eines Smartphones die Website zur Kommunikation benutzt, so wird unverschlüsselt kommuniziert. Dies ist für die beteiligten Personen, die von einer vermeintlichen Verschlüsselung ausgehen, jedoch nicht direkt ersichtlich.

Illustrationen erstellen mit Gravit

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Gestern bin ich über Gravit gestolpert – ein Grafikprogramm, das im Webbrowser läuft und stark an Adobe Illustrator angelehnt ist.

Neben Illustrationen, die man komplett selbst erstellen kann, bietet Gravit auch schicke Vorlagen an, die man leicht verändern kann.

Schön ist auch die Möglichkeit, auf vorgefertigte Icons zugreifen und diese dann einbinden zu können.

Gravit beherrscht neben dem Import von SVG- und PS/EPS-Dateien auch den Export in die Formate SVG, JPG und PNG.

Erstellte Illustrationen können bequem über einen Link geteilt werden.

Der Dienst steht aktuell kostenlos zur Verfügung.

Profilbilder erstellen und bearbeiten

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Profilbilder gehören zu jedem Social-Media-Dienst. Sie bieten Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und geben eine Message, ein Statement nach außen.

Meist werden Fotos als Profilbilder verwendet – nicht jeder möchte diese aber preisgeben. Was also tun?

Zum einen gibt es natürlich Bildbearbeitungsprogramme, um Bilder mit Filtern zu versehen und zu verfremden, zum anderen gibt es auch Tools, um eigene Avatare zu entwerfen.

Bei den Bildbearbeitungsprogrammen muss es nicht immer Photoshop oder Gimp sein. Die folgenden Seiten bieten kostenlose Tools, die im Browser laufen und somit überall (fast: Flash ist leider Voraussetzung) einsetzbar sind:

Wer sich 8-Bit-Grafiken, wie sie die damaligen Videospiele boten, verwenden möchte wird sicher hier fündig:

Oder klickt sich comic-ähnliche Avatare zusammen:

Ein weiteres Tool, das über die Gestaltung von Profilbilder weit hinausgeht, aber gerade auch deswegen erwähnenswert ist:

Rückkehr zu OmniFocus

Die letzte Woche stand ganz im Focus der Rückkehr (wieder einmal) zu OmniFocus. Nachdem ich zuletzt Things für meine Todo-Listen benutzt habe, ist mir wir wieder einmal klar geworden, um wie viel mächtiger OmniFocus ist.

Mit der Hilfe von @simplicitybliss, @macundschule und @macsparky habe ich verschiedene Perspectives aufgesetzt und ich habe jetzt dadurch einen ganz anderen Blick auf meine Reviews.

Die Apple Watch App ist ausgefeilt (besonders gefällt mir der Continuity Mode (unterer Bildschirmbereich), welcher immer den geöffneten View vom iPhone auf die Watch überträgt (gerade für ein Projekt “Einkaufen” sehr nützlich g).

Was mir noch etwas fehlt ist die Möglichkeit, auf der Watch Defer und Due Dates zu verschieben – Things kann das. Der Support der OmniGroup ließ mich aber wissen, dass dies wohl noch kommen wird.

Curio Review aus Lehrersicht

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Ich bezeichne es nicht mehr als Hobby, sondern eher schon als Obsession: meine Suche nach den perfekten Tools für die Arbeit in der Schule. Es geht mir hierbei um Werkzeuge, die meinen Workflow erleichtern und bereichern.

Was habe ich nicht schon alles für die Erstellung meiner Wochenpläne benutzt: FoldingText, OmniOutliner, Markdown mit vim, Emacs org-mode, Evernote, Text-Dateien in DEVONthink Pro Office, alle möglichen MindMapper (iThoughtsX, MindNode 2, Scapple, MyThoughts,…)

Und auch für die Erstellung von Stoffverteilungsplänen habe ich es bisher mit Word, Pages, OmniPlan und zuletzt OmniGraffle probiert.

Last but not least habe ich im Unterricht zur Veranschaulichung auch immer wieder eines der oben schon aufgeführten Programme verwendet – zuletzt OmniGraffle.

Während ich jeden Wechsel als Motivation empfand, belastet es aber auch meinen Workflow (Stichwort: Durcheinander). Ich möchte endlich ein Tool, bei dem ich bleibe – im Idealfall auch ein Tool, mit dem ich alles machen kann: planen, unterrichten, vielleicht sogar korrigieren und Arbeitsblätter/Proben erstellen.

Curio scheint mir hier ein geeigneter Kandidat zu sein: Es bietet ziemlich viele, sehr durchdachte Features an, ist trotzdem leicht zu bedienen, schnell und unglaublich flexibel.

Der Hersteller Zengobi, mit seinem Chef George Browning, gehört zu den alteingesessenen Mac-Softwareschmieden. Seit 2002 entwickelt die Firma exklusiv an Curio (mittlerweile ist das Programm in Version 10 angekommen) und ist sehr aktiv bei der Pflege und Weiterentwicklung. Jedes Update bringt durchdachte und tolle neue Features hinzu.

Im Folgenden möchte ich anhand von Beispielen meine Arbeit mit Curio im schulischen Kontext vorstellen.

 

Projects, Idea Spaces, Folders, Sections

Bevor ich auf einzelne Möglichkeiten beim Einsatz von Curio eingehe, möchte ich kurz die Grobstruktur von Curio erklären.

Es gibt Projects, Idea Spaces, Folders und Sections.

Ein Project ist eine Datei im Format .curio. Es kann unzählige Idea Spaces, Folders und Sections beinhalten.

Der Arbeitsbereich, in dem gearbeitet wird und der den meisten Bereich des Bildschirms einnimmt wird Idea Space genannt. Alle Elemente, Grafiken, Texte usw. werden auf dem Idea Space angeordnet. Die Dimensionen entsprechend nicht DIN-Größen oder cm, sondern sind standardmäßig auf die Auflösung des Monitors eingestellt. Beim Druck wird ein Idea Space auf eine Seite gedruckt.

Folders dienen dem Gliedern von Idea Spaces. Sie ähneln den Ordnern im Dateisystem.

Folders

Zuletzt gibt es noch die Sections. Diese sind mit den Registern eines Aktenordners zu vergleichen und bieten zu den Folders eine übergeordnete Struktur. Gerade bei großen Projekten können Sections hilfreich sein.

Sections

 

Wochenpläne mit Stacks

Bisher habe ich meine Wochenpläne entweder als Listen oder als Mindmaps realisiert.
Mindmaps wurden mir meist zu unübersichtlich – Listen zu starr und unflexibel.

Mit der Version 10 hat Curio nun ein neues Feature eingefügt, das für mich wie geschaffen für die Wochenplanarbeit ist: Stacks!

Bei Stacks handelt es sich um Blöcke, die ähnlich einer Liste funktionieren. Jede Kalenderwoche erhält einen eigenen Idea Space. Darin erstelle ich pro Wochentag einen Stack.

Wochenplan Organizer

Mit einem Doppelklick innerhalb eines Stacks wird ein neuer Eintrag erstellt. Dies mache ich sowohl für die einzelnen Fächer als auch für die eigentlichen Unterrichtsinhalte.

Um einzelne Einträge abzuhaken, empfiehlt es sich Checkmarks einzufügen (Inspector > Meta > Checkmars bzw. ganz komfortabel mit Shift-X). Hier liegt auch der Zauber von Curio: JEDE Figur kann mit Meta-Elementen versehen werden (dazu gehören bspw. auch Start-, Due-Dates, Priorities oder auch Stars).
Um später ein Element abzuhaken kann man diese Checkmark entweder anklicken oder einfach X tippen.

Mit einem Rechtsklick auf ein Stack-Element kann man über „Attach File“ eine Verknüpfung auf eine Datei (z.B. ein Arbeitsblatt) erstellen – Dateien, die per Drag & Drop in einen Idea Space gezogen werden, werden standardmäßig in das Projekt kopiert und eingebettet.

Woran liegt jetzt der Vorteil von Stacks? Meiner Meinung nach darin, dass man sehr schnell und komfortabel einzelne Elemente zwischen Stacks verschieben kann. Was ich am Dienstag im Unterricht nicht mehr schaffe hake ich nicht ab, sondern ziehe es auf eine nächste Unterrichtsstunde.

Ebenso wie bei den Meta-Elementen können Notizen auf alle Figuren gelegt werden. Gerade bei den Fächern (Englisch 9a) verwende ich diese Funktion gerne, um mir bspw. die Abwesenheit von einzelnen Schülern zu notieren. Dazu wählt man das Element aus und klickt oben in der Menüleiste auf „Show notes inspector“.

Wochenplan und Notes Inspector

 

Stoffverteilungspläne

Die Stoffverteilungspläne lege ich im Prinzip wie die Wochenpläne an. Stacks gliedern hierbei grob (in Englisch z.B. die einzelnen Units).

SVP

Und jetzt spielt Curio wieder seine Stärken aus:
Die anstehenden Proben werden gleich als Figur mit eingetragen. Unter Inspector > Meta > Start Date definiere ich dann schon ein mögliches Datum für den Test.

Start Date

Gleichzeitig habe ich in der Kalender App einen Kalender mit dem Namen „Englisch 9“ erstellt.

Wähle ich in Curio jetzt den Project Inspector aus, so kann ich unter Calendar meinen Kalender „Englisch 9“ zum synchronisieren auswählen.
Bei jedem Speichern des Projekts oder beim Beenden von Curio schreibt das Programm mir dann die veränderten Termine in den Kalender.

Calendar

Diese Synchronisierung erfolgt nur aus Curio heraus in den Kalender. Umgekehrt, wenn ich also einen Kalendereintrag im Kalender hinzufüge, wird nichts synchronisiert. Dies scheint wohl technisch nicht möglich zu sein.

Kalender

 

 

Schülerbeoachtungen

Auch Schülerbeobachtungen lassen sich einfach und übersichtlich mit Curio erstellen.

Template Schülerbeobachtungen

Hierzu habe ich, ähnlich wie bei den Wochenplänen ein Template erstellt, das ich dupliziere und dann umbenenne.

Für den Datenschutz wichtig: Im „Project Inspector“ kann ein Passwort vergeben werden. Curio fragt dann bei jedem Öffnen der Datei danach.

Passwort

Ein wichtiger Hinweis an der Stelle aber noch: Curio verschlüsselt mit AES-128, aber nur die internen Inhalte (also die Elemente, die im Programm angeboten werden, z.B. Text, Index Cards usw.).
Es verschlüsselt aber keine externen Dateien, die eingefügt werden. Von sensiblen Dokumenten, die per Drag & Drop in den Idea Space gezogen werden, sollte man also absehen.

Ebenso verwendet Curio die Namen der Idea Spaces, um in der .curio-Datei Unterverzeichnisse zu erstellen. Somit würden also die Klarnamen der Schüler erscheinen. Ich verwende bei der Namensgebung der Idea Spaces deshalb nur die Initialien, im Idea Space selber dann aber den vollen Namen (dieser wird ja mit AES-128 verschlüsselt).

 

Ersatz für IWB

Ich teile die Ansicht meiner Kollegen, dass Interaktive Whiteboards für einen individualisierten Unterricht mit Gruppenarbeit nicht geeignet sind.

In meinem Unterricht setze ich vielmehr darauf, dass die Schüler mit mobilen Geräten (Laptops und iPads) arbeiten und ihre Ergebnisse präsentieren.

Das heißt natürlich nicht, dass auf Frontalunterricht verzichtet wird, ganz zu Schweigen von einer Motivationsphase zu Beginn einer Stunde.

Hier ist Curio genau richtig. Es kann alles, was man von einer IWB-Software erwartet.

Einige Einsatzszenarien:

Captions
Ich zeige zu Beginn einer Stunde mehrere Bilder. Vorab habe ich diese mit „Captions“ versehen (Rechtsklick > Show Captions) und kann diese dann wieder ausblenden (Rechtsklick > Hide Captions). Die Schüler lasse ich dann benennen und aufdecken. Das geht auch wunderbar bei Vokabelarbeit.

Captions

Show Caption

Presentation
Präsentationen lassen sich über die Schaltfläche „Presentation“ starten. Hierbei wechselt Curio in den Vollbildmodus. In diesem Modus lassen sich einzelne Elemente auch anklicken und hervorheben. Zusätzlich kann man durch Drücken der Ziffern 0 bis 5 Sterne vergeben. Ich verwende das, um z.B. Themen auf einzelne Gruppen zu verteilen.

Presentation

Stars

Figure Actions
„Figure Actions“ sind Aktionen, welche sich auf einzelne Elemente legen lassen. Beim Anklicken des Elements können dann verschiedene Ziele geöffnet bzw. angezeigt werden:

  • anderer Idea Space
  • URL
  • neue Mail verfassen
  • File im Dateisystem
  • Jump Target (also spezifisches Element in einem anderen Idea Space)
  • Apple Script

Figure Action

Jump to Idea Space

Somit lassen sich bei der Vorbereitung einer Presentation bereits Links hinterlegen, die dann schnell angeklickt werden können. Aber auch Sprünge auf andere Idea Space sind eine tolle Möglichkeit, um zu vernetzen.

Secondary View
Mit dem Secondary View – zu erreichen über View > Show Secondary View – lässt sich die Ansicht in Curio zweiteilen. Perfekt, um bspw. aus einer Website Informationen zu entnehmen und dann eine Mindmap zu erstellen.

Show Secondary View

Secondary View

Video Embeds
Videos von YouTube und Vimeo lassen sich bequem im Idea Space einbetten und können dann auch direkt von da abgespielt werden.

Add Video

YouTube

 

 

Notizen

Notizen mache ich mir auf den Idea Spaces gerne mit den Index Cards.

Geheimtip: Für die Standard-Index Card genügt das Drücken von i, i, Enter. Das erste „i“ ist das Shortcut für „Insert“, das zweite für „Index Card“ und Enter bestätigt die erste Auswahl.

Index Cards

Aber auch mein geliebter OmniOutliner lässt sich, neben anderen Dateitypen, wunderbar einbinden (Rechtsklick > Insert Instant Document).

Insert Instant Document

Wird die Beschreibung neben dem Icon umbenannt, so ändert sich der echte Dateiname (eingebettet in der Verzeichnisstruktur innerhalb der .curio-Datei) mit. Sehr durchdacht!

OmniOutliner

Mit Rechtsklick > Reveal in Finder lässt sich die Datei im Dateisystem wieder anzeigen. Dies funktioniert mit jeder Datei, auch mit Bildern. Die Dateien werden also nicht einfach eingebettet in Curio, sondern sie bleiben wirklich auch auf der Festplatte erhalten und können unverändert geöffnet werden.

 

Korrektur

Mit „Spread PDF“ hat Curio eine äußerst schicke Lösung, um sich Notizen zu PDF-Dateien zu machen. Selbstverständlich lassen sich Highlights und Anmerkungen in der PDF-Datei mit Preview.app oder Alternativen anfertigen. Curio nutzt hier aber den ganzen Idea Space aus, um Seite für Seite auszubreiten und daneben alle möglichen Elemente (ich nutze hier Index Cards) zu platzieren.

Das funktioniert so:
Man zieht eine PDF-Datei per Drag & Drop in den Idea Space und platziert daneben eine Index Card.

Single Spread PDF
Anschließend markiert man beide Element und wählt über den Rechtsklick „Single Page Spread PDF“ aus.
Curio breitet dann über den ganzen Idea Space beide Element mit steigender Seitenzahl aus.

Spreaded PDFs
Standardmäßig sind das bei Curio 20 Seiten pro Idea Space. Sollte das Dokument jedoch mehr Seiten beinhalten, so kann man bequem auf den ersten Idea Space im Organzier mit Rechts klicken und „Spread PDF“ auswählen. Es werden dann weitere Idea Spaces mit den restlichen Seiten erstellt.

Spread PDF

Auch die Synchronisierung verläuft vorbildlich: Highlights in Curio werden im PDF übernommen und in Preview.app angezeigt – umgekehrt auch. Perfekt!

Anwendungsfall in der Schule: geschriebene Arbeiten als PDF von den Schülern bekommen, annotieren in Curio und dann wieder als Export in PDF an die Schüler zurück.

 

Curiota

Mit der neuen Version 10 hat Curio auch eine kleine Ergänzung für die Menubar bekommen.

In Curiota gibt man entweder kurze Texte ein und kann sogar Bilder hinzufügen, um diese dann später wiederzufinden. Oder man findet für seine Unterrichtsvorbereitung gute Links – diese lassen sich aus Safari direkt auf das Curiota Icon ziehen. Dann ein Klick auf „Close“ und man muss sich erstmal keine Gedanken mehr über den Speicherort machen.

Curiota

Arbeitet man zu einem späteren Zeitpunkt mit Curio, dann kann man bequem auf diese Notizen wieder zugreifen und in seine Idea Spaces ziehen. Der Zugriff erfolgt über Library > Local.

Library

Wichtig: Zuvor muss einmalig Curio mit Curiota verbunden werden über das Zahnrad.

Connect to Curio

 

Arbeitsblätter und Proben

Ich habe noch kaum Arbeitsblätter und Proben mit Curio erstellt und es ist garantiert kein Word Processor oder gar Satzprogramm und dafür eigentlich auch nicht gedacht.

Für einen kurzen Vokabeltest hat es bisher aber allemal gereicht. Die Erstellung ging recht schnell von der Hand.

Word Test

 

Fazit

Curio ist für mich ein Programm, das vollumfänglich (fast) meinen gesamten schulischen Workflow unter einer Oberfläche vereint.

Es hat so viele Features, die auch so wohlüberlegt umgesetzt wurden, dass es einem schon fast unheimlich wird. Bei meiner täglichen Arbeit entdecke ich immer wieder neue Funktionen, die mich total überraschen.

Man spürt regelrecht die Leidenschaft und die Weitsicht, die Zengobi bei diesem Stück exzellenter Software hat.

Ich wünsche mir, dass die Entwicklung so professionell weitergeht wie bisher und … wer weiß, vielleicht kommt ja noch eine Version für iOS! 🙂

Curio kann mit Bildungsrabatt zum Preis von 79 € bezogen werden (die Standardversion kostet 128 €).

 

Die Curio-Datei, mit der ich diesen Beitrag geplant und geschrieben habe gibt es hier.

Für dieses Review wurde mir eine Lizenz von Curio zur Verfügung gestellt.

Schwere Sicherheitslücke in Outlook: letterbomb

Es gibt wieder eine Sicherheitslücke, die Microsoft Office ab der Version 2010 betrifft und auf den Namen letterbomb hört.

Hierbei wird ein Fehler in Outlook ausgenutzt, den sich Angreifer zunutze machen können, indem sie speziell präparierte Anhänge in E-Mails versenden.

Kurzer technischer Hintergrund: Anhänge werde in Outlook mit zwei Methoden behandelt. OLE und TNEF sorgen normalerweise dafür, dass Anhänge in Mails nicht direkt ausgeführt werden können. Und genau hier können Angreifer eine Schwachstelle im System ausnutzen.

Problematisch daran ist, dass die Anhänge dieser Mails gar nicht geöffnet werden müssen – es reicht aus, wenn die E-Mail angezeigt wird. Ausgeführt werden kann dann dabei jedweder Programmcode. Meist handelt es sich dabei um Keylogger, also Programme, die sämtliche Tastaturaktivität aufzeichnen und an die Angreifer senden (Stichwort: Passwortklau) oder auch Code, der die Festplatte des Opfers verschlüsselt. Somit sind alle Daten erst einmal verloren – gegen Geldzahlung an die Erpresser kann dann der Code zum Entschlüsseln wieder erlangt werden (Ransomware).

letterbomb funktioniert auch als Wurm – somit können befallene Mails sich selbst an alle Kontakte im Addressbuch weiterverschicken.

Microsoft hat bereits am 8. Dezember hierauf reagiert und Patches zur Verfügung gestellt. Ein Update der Software ist also absolutes Muß!

via Ars Technica